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Volker "Bluesman" Rudolphi
Volker "Bluesman" Rudolphi
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Die Sprache des Blues - Bedeutung von Slang-Wörtern, Phrasen, Redewendungen und Metaphern

Wem ist es noch nicht passiert, dass er in Blues-, Rock- oder anderen Songtexten plötzlich auf Wortzusammenhänge stößt, die ihm einfach nichts sagen, obwohl er der englischen Sprache mächtig ist?

"Let´s taste some moonshine" - Lass uns das Mondlicht kosten/probieren? - Nein!

"Moonshine" ist in der englischen Sprache ein "verdeckter Ausdruck" für schwarz gebrannten Whisky! Die Leute haben diesen Gesetzesverstoß nachts, meistens bei Vollmond (wegen des besseren Lichtes) begangen. Das Mondlicht war quasi die Beleutung während dieser Arbeit. - Und so kam es, dass der illegal gebrannte Schnapps in der Umgangssprache als "Moonshine" bezeichnet wurde!

Natürlich könnt und sollt Ihr diese Begriffe und Redewendungen kommentieren, verbessern oder auch neue hinzufügen.

Das könnt Ihr hier tun!

Nachfolgend findet Ihr einige dieser Ausdrücke - viele von ihnen drehen sich um das Thema "Sex" - die im prüden Amerika im Blues und später dann in die Umgangssprache ihren Einzug gefunden haben.

  • alcorub - stammt vom Begriff "rubbing alcohol" und ist Billigschnaps der hohen Methylgehalt hat, was wiederum ein sehr starkes Gift ist. Dieser Schnaps war billig und überall zu bekommen. Allerdings haben sich viele Leute im wahrsten Sinne "blind gesoffen".

  • back door friend - Der Liebhaber einer verheirateten Frau, der sich aus der Hintertür herausschleicht, wenn der Ehemann nach Haus kommt.

  • balling the Jack - Ursprüngliche Bedeutung aus der Sprache der Eisenbahner: die Lokomotive (Jack) auf Höchstgeschwindigkeit (highballing) zu bringen. Weitere Bedeutungen für "balling" sind aber auch etwas schnell zu erledigen, eine heftige Sauftour zu unternehmen oder eine "Jackhammer" (Presslufthammer) zu bedienen.

    Da wir uns aber in der Sprache des Blues befinden, ist die häufigste Bedeutung schlicht und ergreifen "SEX"!!!

  • biscuit - Im Blues wird Sex oder eine gutaussehende Frau häufig mit Begriffen aus der "Gourmet-Gastronomie" bezeichnet. Das Plätzchen, der Keks ist nicht anderes als ein begehrenswertes, leidenschaftliches Mädchen/Frau, das/die es versteht guten Sex zu machen. Auch im Deutschen haben wir ähnliche Begriffe: So spricht man auch bei uns von einer "scharfen Braut" und der Rheinländer von einem "lecker Mädchen".

  • black cat bone - Mann nehme eine lebende, schwarze Katze, werfe sie um Mitternacht in einen Kessel mit kochendem Wasser, koche sie solang, bis sich das Fleisch von den Knochen löst. Der erste Knochen, der sich von der Karkasse löst, ist der "magische Knochen"! Anschließend wird er in einen kleinen Beutel - den "Voodoo-Bag" - eingeschnürt. - Es ist wohl einer der bekanntesten Voodoo-Zauber. Er wird eingesetzt, um eine verlorene Liebe zurückzubringen oder um den Besitzer unsichtbar zu machen.

  • blues, (to be) blue - Schwermut, Trübsal, Depression, Melancholie - alles Begriffe, die ihren Ursprung in der Sklaverei haben: Die Situation der Slaven und Tagelöhner auf den Baumwollplantagen war nun einmal alles andere als positiv. Die aus dieser Stimmungslage erwachsene (Musik-) Kultur stellt eher die "Schattenseiten des Lebens" dar.

    "to be blue" bedeutet aber auch unanständig zu sein. Und da kommen wir zur eigentlichen Philosophie der "Sprache des Blues": Im anständigen und prüden weißen Amerika war es einfach nicht üblich, offen über Sex zu reden, seine Bedürfnisse zu äußern oder Anderen von (sexueller) Leidenschaft, Begierde und Erfahrungen zu berichten. Also versteckte man das Thema hinter Sinnbildern. All das verkörpert der Begriff "Blues".

  • boogie - Ein schneller und konstanter Rythmus, der meist durch ein Piano vorgegeben wird. "(to) boogie" bedeutes aber auch schlicht und ergreifen Sex zu machen.

  • booze - Sauftour

  • canned heat - ein schwarz gebrannter Schnaps, dessen Genuss oftmals tödlich war, da er Methyalkoholenthielt. Er wurde von Dealern während der Prohibition verkauft.

  • captain - So wurden die weißen Herren häufig von ihren Sklaven und die Wärter in Gefängnissen von den Häftlingen angesprochen. Es ist eine Bezeichnung für jemanden der eine (scheinbare) herausgehobene Position hat oder etwas Besseres darzustellen glaubt.

  • Casye Jones - ein Lokführer der Ende des 19. Jahrhundert zu einem amerikanischen Volkshelden wurden.

  • Chillun , Chillin- Slang für "children". John Lee Hookers "Booggie Chillun" sind also Booggie Kinder!

  • coffe grinder - Hier ist nicht die Kaffemühle gemeint! Es geht mal wiederum oder Sex, beziehungsweise um einen guten Liebhaber . Die Farbe des "black coffe" ist ein Symbol für die Farbe der Afroamerikaner.

  • cold in hand - kein Geld, pleite, "nix auf der Hand"

  • crepe - Trauer, Trauerarbeit. Mit einem "creper" erklärt die Frau dem Mann, dass sie ihn nicht mehr liebt.

  • doney - "a no good doney" ist eine Frau mit einem miesen Charakter.

  • dry long so - verarmt, ohne jegliche finanzielle reserven, um sich etwas zu Essen oder Kleidung für den Winter zu kaufen.

  • dust my broom - "dust" ist der Staub und "broom" der Besen. Hier im Blues ist damit gemeint, alles parat zu machen, um dann abzuhauen. "Klar Schiff" machen, bevor man geht. Eine weitere Bedeutung ist, mit seinem Mädchen Schlußzu machen, sie "abzulegen".

  • easy rider, see see rider, cc rider - die Bezeichnung für einen Liebhaber. Bei Frauen bedeutet das "easy", dass sie begehrens- und bewundernswert sind, bei Männerbezeichnet es treulose und unzuverlässige Kerle. Eine weitere Möglichkeit ist, dass ein Zuhälter oder ein Ehemann, der nicht arbeitet und nur auf Kosten seiner Frau lebt, gemeint ist.

  • fat mouth - ein Schmeichler, der Frauen "Honig ums Maul schmiert".

  • fishing - Hier geht es nicht um das Angeln von Fischen, sondern um das "Angeln von Frauen". Zu Deutsch: Anbaggern!!!

  • flag a ride - eigentlich ist es das Haltesignal für einen Zug. Aber der "schmutzige" Blues meint damit, sein Bedürfnis nach Sex zum Ausdruck zu bringen, einer Frau zu signalisieren, dass man mit ihr schlafen will.

  • Gal - Slang für "girl"

  • going up/down (the line - "going up" heißt nach Norden zu gehen, "going down" dementsprechend nach Süden. Mit "the line" ist die Bahnstrecke (Gleis, Schiene) gemeint.

  • goofer - ist Erde vom Grab eines Kindes, die man auf das Kissen, auf die Kleidung oder um das Haus eines Menschen streut, um einen Fluch über ihn zu bringen.

  • hobo - ein Schwarzfahrer auf einem Güterzug. In Zeiten der Weltwirtschaftskrise waren damit auch junge Männer gemeint, die von zu Hause ausgezogen sind, weil es nicht genug zu essen für alle gab. Sie versuchten dann als Tagelöhner über die Runden zu kommen. Heute wird damit ein Vagabund bezeichnet. Auch zu verstehen als Tramp, Tagelöhner, Wanderarbeiter. Das Wort ist ein Kürzel, das aus "hoe" (Schaufel) und "boy" abgeleitet wurde, und bedeutet  wörtlich also soviel wie "Schaufelbursche", jemand, der mit nur wenigen Habseligkeiten und einer Schaufel ausgerüstet, auf der Suche nach Arbeit von Ort zu Ort zog.

  • Hokum oder Hokum-Blues in den ist ein Musikstil, der Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre in den USA sehr populär war. Hokum, ein schneller, tanzbarer Blues mit anzüglichen - sprich "schutzigen" - Texten. Hauptvertreter des Hokum-Blues war Tampa Red. Aber auch Robert Johnson nahm mit "They're Red Hot" einen Hokum-Blues auf.

    Das Wort Hokum bedeutet Humbug, Schwindelei, Aufschneiderei, Unsinn. Über den Ursprung des Wortes gibt es unterschiedliche Meinungen. Möglicherweise besteht eine etymologische Verwandtschaft mit dem Ausdruck Hokuspokus.

  • honey dripper - ein wirklich erstlassiger Liebhaber!

  • hoochie coochie man - "hoochie" ist ein Slangausdruck für minderwertigen und/oder schwarz gebrannten Schnaps. "Coochie" ist wohl eine andere Bezeichnung für die "primären Geschlechtsorgane der Frau". Ein "hoochie coochie man" ist also ein (von sich überzeugter) Mann, der sein konstantes Vergnügen bei Alkohol und Frauen findet.

    "hoochie coochie man" bezeichnet auch einen Voodoo-Priester oder einen Wunderheiler

  • hoodoo - siehe "voodoo"

  • hot foot powder - ein Voodoo-Zauber, der unerwünschte Personen, Störenfriede und Feinde fernhält. Dieses Wundermittel enthält roten Chillie-Pfeffer, Schwefel und andere Wunderkräuter.

  • jelly, jelly roll - kein Gelee und auch kein Gelee-Konfekt, sondern die Bezeichnung für die weiblichen Geschlechtsorgane. Also wieder einmal ein, im Blues häufig benutzter Begriff aus dem Bereich "Leckereien", der für einen Begriff aus dem Bereich "Sex" her hält.

  • jinx - ein Pechvogel oder Unglücksbringen, aber auch ein böser Fluch.

  • Jitterbug - Panik, in Panik geraten, zittern, ein Nervenbündel.- Aber auch eine Form der Volksmusik an der Ostküste der USA.

  • jive, jiving - kein Big-Band-Jazz, sondern ein Südstaatenslang für eine Lüge/Unwahrheit.

  • John the Concheroo (Concherer) - Die Wurzel einer Süßkartoffelart, die jedoch nicht zum Verzehr geeignet ist, da sie zu Durchfall führt. Sie wird in einen Mojo-Beutel getan und sorgt dafür, dass der Besitzer Glück im Spiel und in der Liebe hat. Durch diesen "John" bekommt man mehr Geld und bessere Qualitäten beim Sex.

  • juju - ein Amulet oder Talisman, dessen Ursprung in West-Afrika liegt.

  • Juke joint - eine einfache, preiswerte Kneipe, in der man essen und trinken kann, während Musik aus der Jukebox oder live gespielt wird.

  • killing floor - Schlachthaus. Ein Sinnbild für eine Situation/ein Gefühl, in der man depressiv, hilflos und am Ende ist. Häufig nachdem man seine große Liebe verloren hat.

  • Legba, Lecbar, Lekbar - Der Legende nach der Name des Teufels, an den man an den "Crossroads" seine Seele an den Teufel verkaufen kann, um von ihm samstags um Mitternacht den Blues zu lernen.

    Es ist auch der Name eines Voodoo-Gottes, der mit viel Macht ausgestattet ist. Er ist der Hüter der Wegkreuzungen. Zu Lebzeiten des Menschen eröffnet er ihm die Möglichkeit zum Kontakt mit der Welt der Geister (Loa) bzw. der Verstorbenen. Im Zeitpunkt des Todes ebnet er den Weg des Menschen zum Loa.

  • mojo - ein Voodoo-Zauber, ein magischer Fluch, Hexerei. Es kann sowohl ein Amulett oder eine "Zauber-Beutel" sein. Die "Zutaten" für ein "mojo" sind recht vielfältig: Haare, Haut oder Fingernägelstücke, Kleidungs- oder auch Wäschestücke (der Angebeteten) werden verwand, um die Liebe zu beschwören. Hinzu kommen Teile von Fledermäusen, Kröten oder anderen "Geschöpfen der Nacht", Federn, Asche und und und. ... - Der Besitzer trägt es immer bei sich oder versteckt es im Haus oder unter seinem Bett, je nach dem, zu welchem Zweck es geschaffen wurde.

  • monkey man - jemand, den man leicht täuschen oder "übers Ohr hauen" kann. Es kann auch ein, von seiner Frau betrogener Mann sein.

  • moonshine - Schwarzbrand, illegal gebrannter Schnapps. Schon während des Bürgerkrieges entstand dieser Begriff, weil zu dieser Zeit sehr viel illegaler Schnaps im Umlauf war, da der Krieg durch hohe Alkoholsteuern finanziert werden sollte. Seine Fortsetzung fand diese Tradition zu Zeiten der Prohibition. 

  • nation sack - kann ein Voodoo-Beutel aber auch eine Geldbörse sein.

  • Raisin' sand - Teufelsbeschwörung

  • rambling - ruhe- und zielloses Umherziehen/Wandern. 

  • rider, riding - Der Sexualpartner, Sex.

  • riding the blinds - Schwarzfahrten mit dem Zug. Häufig auf oder zwischen den einzelnen Waggons.

  • roadhouse - Kneipen außerhalb der Stadt, in denen man billig an Schnaps und Essen kommt und in denen auch häufig illegale Glückspiele stattfanden. 

  • roll - "to get/have a rolled": Sex haben, aber auch von einer Hure oder einem Zuhälter ausgeraubt werden

  • rounder - ein Umherziehender oder aber auch ein Ganove/Halunke. Ebenso wird der Begriff für Spieler genutzt, die mit hohem Einsatz spielen und alles riskieren.

  • salty - ein "salty dog" ist ein guter Liebhaber. Ein "salty pony" ist das weibliche Pendant ("geile Stute") 

  • shake that think - Sex (haben)

  • sharecropper - Farmpächter. Der Begriff stammt aus der Zeit nach dem Bürgerkrieg, als es (auch für ehemalige Sklaven) möglich war, Land zu pachten und zu bewirtschaften.

  • spoonful - häufig benutzt als ein Verweis auf den Gebrauch von Kokain zur Jahrhundertwende. Aber auch die Beschreibung von gutem Sex.

  • squezze the lemon - Die Zitrone steht für weibliche Genitalien und das Auspressen für Sex.

  • staving chain - eine "Schlagkette" mit der Slaven mishandelt wurden oder eine Kette, mit der "chain gangs" - verurteilte Zwangsarbeiter, z.B. in Steinbrüchen - aneinander gekettet wurden. 

  • stingaree - eigentlich die Bezeichnung für einen Stachelrochen - im Blues ist damit jedoch ein (Arznei-) Mittel gemeint, mit dem Frauen beim/zum Sex stimuliert werden.

  • strut - stolzieren ist der ursprüngliche Begriff. Im Blues ist aber die rythmische Bewegung beim Sex gemeint. 

  • voodoo - der afrikanische Glaube der Vielgötterei. Starken Einfluss auf diesen Glauben haben die damaligen Sklaven in Haiti genommen. Die Form des Voodoo, wie er bei den Afroamerikanern praktiziert wird, ist sehr eng mit dem haitianischen verbunden. Geister- und Totenbeschwörung spielen hier eine wesentliche Rolle. Aber auch Hilfsmittel, wie der Mojo-Zauber, sind von großer Bedeutung. Man kann Personen oder Dinge mit einem Fluch belegen, oder durch diesen Zauber die Voodoo-Götter bitten, den Besitzer zu schützen.

  • whoopie - bedeutet - nach was wohl????  -  Sex!